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Donnerstag, 10. September 2009

Donnerstag, 1. Januar 2009

Geburt Christi in und mit der Gemeinschaft

Heute ist der erste Tag des Jahres 2009 und Weihnachten liegt schon fast eine Woche hinter uns… oder auch nicht… Ich habe dieses Jahr zu Weihnachten eine Erfahrung in unserer Gemeinschaft gemacht, von der ich hier erzählen will.

Zwei Tage vor Heilig Abend haben wir uns in der Lebensgemeinschaft zusammengesetzt und über unsere geistliche Gemeinschaft gesprochen. Da kam ein paar Stunden lang angeregter Austausch zustande. Wünsche, Ängste, Bedürfnisse, Fragen, Ideen von 11 sehr unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen.
Als Teil dieser Gemeinschaft erlebe ich, dass wir alle in unserer Beziehung zu Gott unterschiedliche Erfahrungen machen. Wenn wir uns davon berichten, finden in mir oft alle möglichen Reaktionen statt zwischen Mit-Begeisterung und fassungslosem innerlichen Kopfschütteln. Manches erlebe ich wie andere und manches ist mir so fern, dass ich es schwerlich in Zusammenhang mit meinem Gott bringen kann. Tja, das ist der Haken dabei, aber auch gleichzeitig die Öse:
Meinen Gott gibt es so nicht. Die Erlebnisse meiner Geschwister – auch die befremdlichen- zeichnen mir ein Bild von Gott, das weit über meine eigene Sicht hinausgeht. Einen Blick auf Gott, den ich alleine gar nicht schauen kann. Eine Dimension , die ich als Einzelne gar nicht fassen kann… als würde Gott wachsen… zunehmen…
Gleichzeitig wird mein Erleben Teil des Gesamten, ich selbst bin Eine von Vielen und nicht mehr sooo wichtig… als würde ich kleiner werden … abnehmen…......................................

Das ist mir zu Weihnachten so richtig ins Herz gerutscht. Damit bin ich vor die Krippe gekommen. Mit den anderen Hirten, Schafen und Weisen. Beschenkt von der Geburt Jesu in diesem ärmlichen, baufälligen und zugigen Stall „Leib Christ“. Der es doch wert ist, diesen Gott auf Erden zu beheimaten.
Diese Weihnachtserfahrung will ich nicht so schnell hinter mir lassen, sondern auch noch im März oder September oder wenn ich richtig alt bin lebendig in meinem Herzen haben.

Achja, wir haben das alles natürlich auch schön gefeiert mit Pute, Rotkohl und Knödeln. Und mit unserem traditionellen Weihnachtsquiz. Wo alle gewinnen wollen, die Schafe und die Weisen ;-)

Sonntag, 7. Dezember 2008

Konflikte in Lebensgemeinschaften



Ich möchte gern etwas über ein Thema schreiben, dass mich immer schon stark bewegt hat und mich wahrscheinlich auch immer wieder beschäftigen wird:

Ich möchte euch einige meiner Gedanken zum Thema "Konflikte" in Lebensgemeinschaft mitteilen:


Für mich sind Konflikte ja ein bisschen wie das Salz in der Suppe der Beziehungen: Ganz ohne Konflikte werden Beziehungen für mich schnell fad und langweilig und wenn der gesamte Kontakt in einer Beziehung nur aus Konflikten besteht, naja, das finde ich natürlich auch nicht gut. Am liebsten würde ich diese Beziehung dann "ausspucken", so wie eine versalzene Suppe.

Das Wort "Konflikt" stammt übrigens von dem lateinischen Wort "confligere" ab, welches so viel wie "zusammentreffen, kämpfen" bedeutet. Allein aus dieser Wortbedeutung wird schon klar: Zusammentreffen von Menschen z.B. in Lebensgemeinschaft oder Partnerschaft beinhaltet immer auch die Möglichkeit, dass Konflikte auftreten.

Und das Zusammentreffen und -leben ist in Lebensgemeinschaft bzw. Kommunität ja ein wesentlicher Bestandteil – also muss ich mich darauf einstellen, dass auch dort Konflikte auftreten. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass in Lebensgemeinschaft viele und auch heftige Konflikte auftreten, weil ich ja dort so nah mit Menschen zusammen bin, wie sonst eigentlich nirgends. Niemand sonst sieht meine Versagen so deutlich wie meine Brüder und Schwestern in der Gemeinschaft – und auch ich sehe ihres und bin dem manchmal unmittelbar ausgesetzt.

Dazu kommt noch, dass ich mir es noch nicht einmal ausgesucht habe, mit wem ich in Gemeinschaft lebe: Manche sind mir vielleicht sympathisch, andere aber auch nicht. Mit manchen verstehe ich mich gut, andere gehen mir mit jedem Wort auf die Nerven. Und ich bin ja für andere auch oft „Stein des Anstoßes“ bspw. mit meiner Unzuverlässigkeit.

Ich will damit vor allem eines sagen:

Konflikte in Gemeinschaft sind völlig normal. Ich würde so weit gehen und behaupten, dass derjenige, der in Gemeinschaft ohne Konflikte leben will, am eigentlichen Kern von Lebensgemeinschaft vorbei geht.

Es sollte deshalb nicht unser Ziel sein Konflikte zu vermeiden, sondern in Konflikten gut miteinander umzugehen. In Konflikten gilt nämlich genauso: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“. Darin sehe ich eine Aufgabe für jeden von uns, der es ernst meint mit Gott und (Lebens-)gemeinschaft: zu lernen (insbesondere) in Konflikten gut mit meinem Gegenüber umzugehen.

Was dieses „gut miteinander umgehen“ konkret bedeuten könnte, das möchte ich hier nicht weiter ausführen – vielleicht gibt es später dazu einen eigenen Beitrag


So, das wars erstmal von mir.

Benjamin