Freitag, 24. April 2009

Fabian im Kloster Königsmünster in Meschede

Fabse schreibt:
Letztes Wochenende besuchte ich das Benediktiner Kloster in Meschede. Es heißt Königsmünster und wird seit 1928 von Mönchen betrieben. Jedes Jahr zieht es mich in ein Kloster, egal welcher christlichen Ausrichtung es angehört. Gerade diese Unterschiedlichkeit inspiriert mich. Von der evangelischen Familien-Kommunität Siloah, das ökumenische Kloster Volkenroda, über unzählige evangelisch freikirchliche Lebensgemeinschaft, vom ägyptisch Orthodoxen Kloster in Brenkhausen bis hin zum katholischen Kloster in Meschede habe ich verschiedene Kommunitäten, Orden und Kloster besucht.

Sie haben gemeinsam, dass sie mich zu einer tiefen inneren Ruhe, zu neuer Ausrichtung (in welche Richtung zukünftig mein Leben gehen soll), aber auch zu einer neu bereicherten Spiritualität führen. Jede dieser christlichen Gemeinschaften verspüren einen besonderen Schwerpunkt, mit denen Gott sie beauftragt hat. Ich versuche ihren Ruf Gottes zu verspüren, wahrzunehmen – was Gott diesen Menschen an Stärken und Schwerpunkten. Meine Spiritualität hat sich dadurch sehr bereichert und ich merke, dass Gott viel größer ist, als ich immer dachte. Er sagt nicht zu der einen Gruppe, dass sie seine wahren Christen währen, sondern er lädt die verschiedensten Menschen und Richtungen ein, um mit ihm zu leben. Das zeigt für mich Gottes Größe, Toleranz und Barmherzigkeit. Barmherzigkeit deswegen, weil er auch um die Fehler und Schwächen der Menschen und Gemeinschaften weiß und ihnen trotzdem immer wieder vergibt und sie einlädt, gemeinsam mit ihm und anderen Menschen zu leben.

Ein Satz, den mir ein Mönch im Kloster Königmünster sagte, klingt mir immer noch nach und ich lasse ihn unkommentiert stehen:
„Das Christentum ist eine höchst-anspruchsvolle und eine höchst-barmherzige Religion.“


  1. Hoher Idealismus ist gut und nötig, sonst brauchen wir keine Gemeinschaft leben. Aber es braucht auch Geduld und Gottes Barmherzigkeit für mich und meine Geschwister.
  2. Zitat: „Das Christentum ist eine höchst-anspruchsvolle und eine höchst-barmherzige Religion.“
  3. Ich darf Selbstaufgabe niemals zum Programm einer Gemeinschaft machen. Sie darf es nicht verlangen, dass wäre Fundamentalistisch und unrecht. Jesus sagt, verleugnet euch selbst und nehmt mein Kreuz auf euch. Das reicht. Wie sind alle auf unterschiedlichen Wegen zu Gott. Jeder soll den Anspruch Jesu wissen, aber wie wir ihn umsetzen muss jeder selbst entscheiden.
  4. Wenn es ein Bruder oder eine Schwester ist, die wirklich das gleiche Anliegen hat - christliche Gemeinschaft zu leben – dann muss ich sie aushalten. Egal was sie tut oder wie sie scheint. Lieber einen schwierigen Bruder /Schwester mitgetragen, als einen richtigen Bruder/ Schwester ausgeschlossen. Barmherzigkeit leben…
  5. Aus der 34. Regel des heiligen Benedikt: Die Zuteilung des Notwendigen:Apg. 4,35: „Jeden wurde soviel zugeteilt, wie er nötig hatte“. Bei den Benediktiner ist es üblich, dass jeder etwas von dem nötigen zugeteilt bekommt, was er brauch. In der Regel heißt es weiter: „Wer weniger brauch danke Gott und sei nicht traurig. Wer mehr braucht, werde demütig wegen seiner Schwäche und nicht überheblich wegen der ihm erwiesenen Barmherzigkeit.“ Ich denke, ihr versteht den Gedanken dahinter. Wenn ich das einübe, verliere ich meine Gier, mein Selbstsucht nach mehr und Reichtum. Den anderen hingegen schätze ich und freue mich, wenn er etwas hat und sich freut. Sehr schwer zu leben, aber eine Befreiung in mir selbst, wenn es klappt.

Mittwoch, 8. April 2009

Flyer zum Forum im Juni


Also fleißig verteilen und natürlich selber anmelden!


Den Flyer kannst du auch hier downloaden.

Mittwoch, 25. März 2009

“Orte der Hoffnung - prophetische Zeichen” von Fab$e

Ich war vor kurzem für unsere Initiative: “Emergente Kommunitäten” auf einem Treffen für christliche (katholische & evangelische) Bewegungen, Initiativen, Kommunitäten und Werken eingeladen. Das “Treffen von Verantwortlichen” will sich auf der ökumenischen Ebene für die Einheit der verschiedenen Christen einsetzen. Es war super sich mit so erfahrenen, weisen Menschen zu unterhalten. Vom zölibatär lebendem ev. Mönch, bis zur katholischen Psychologin/Theologin…
Hier nun einige Gedanken, die ich mir notiert habe. Hier findest du die Gedanken meines Bruders Daniel Sickinger der auch für Emergente Kommunitäten dabei war.

Das Thema war: “Orte der Hoffnung - prophetische Zeichen”
Verschiedene Gedanken:

- Heilig sein heißt, das ganze Leben Gott hinzugeben, nicht einem Zweck wie der Mission, sondern Gott selbst. Wir können so „in Gott aufgehen“. Gesellschaft werden wir nur verändern, wenn wir solche „Heilige“ haben.

- Geschichte von Lazarus. Vordergründing ist der Tod. Ein Beobachter erkennt ganz realistisch: „Es stinkt“. Dies ist die Wirklichkeit. Aber Jesus sieht die Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit. Er erweckt Lazarus von den Toten. Der Tod ist vergangen, Neues ist geworden. Bei Gott ist nichts unmöglich. Jesus schenkt neue Hoffnung zur Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit.

- Die Partitur der Gemeinde Gottes auf Erden wird im Himmel geschrieben.

- Wir sollen nicht nur unsere Feinde lieben, sondern erst gar keine haben. Das ist die Art Jesu. „Feinde“ sind Freunde.

- Markus 2, 16&17: „Wie kann sich euer Jesus bloß mit solchem Gesindel einlassen!“ Jesus hörte das und antwortete: „Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um Menschen in die Gemeinschaft mit Gott zu rufen, die ohne ihn leben - und nicht solche, die sich sowieso an seine Gebote halten.“  Wenn Jesus unser Arzt ist… Warum brauchen wir als seine Gemeinde, als sein Leib auf Erden, einen Arzt? Wir sind alle „krank“ bzw. „unvollständig“ da keiner perfekt ist, aber Jesus ist perfekt und er heilt, wo wir krank sind und Heilung benötigen.

- Traditionen sind manchmal Mauern, die die Versöhnung stören. Traditionen sind aber auch manchmal der Weg zueinander, zu dem, was uns verbindet. Lassen wir die Traditionen uns dienen, damit sie uns zusammenführen?

- Gott bereitet eine Einheit, die uns überragt. Da wo der Feind geliebt wird, ist Einheit und Versöhnung möglich. Und viele Christen sind noch nicht einmal Feinde…! So sollten wir nicht gegeneinander kämpfen, sondern aufeinander zugehen.
- Die Wirtschaftskrise ist ein Fall in die Realität, ein zurückkommen in die Wirklichkeit.

- Hoffnung kommt immer durch Personen. Wenn ich z.B. Hoffnung brauche für die Ehe, denke ich an meine Eltern. Wenn ich Hoffnung brauche für arme Menschen, dann sehe ich Mutter Theresa. Wir haben in den Bereichen Hoffnung, wo wir Hoffnungsträger vor uns haben. Was sind deine Hoffnungsträger?

- Hoffnung entsteht durch erzählen und „sehen“ dürfen.

- Hoffnung ist nie gegen etwas, sondern für etwas. Die Christen waren erst gegen Kino, später kam die Pille, dann die Homosexualität und die Abtreibung. Wir waren gegen das alles und was hat es gebracht? Ernüchternd. Hoffnung schenken wir, wenn wir für etwas sind, wenn wir Alternativen bzw. gute Wege bieten.

- Der Kreissaal der Hoffnung beinhaltet Vertrauen (dem anderem das Gute unterschieben), Verantwortung (stehen für das was ich tue), Verfügbarkeit (du darfst mich oder meine Ressourcen haben. Das Geht als erstes an Gott und dann an die Menschen), Voraussicht (abzuwägen was kommt, wenn wir so leben wie wir leben), Versöhnung (die Dinge wieder in Ordnung bringen).

- Wenn ich einübe von meinen Fehlern zu reden, fällt es mir leichter und ich kann natürlich damit umgehen. Wenn ich nur sehr selten, über meinen Mist rede, baut sich eine große Sperre auf, damit locker umzugehen. Wie oft erzählst du über deine Fehler?
- Da steht eine ca. 80 Jährige, ungefähr 1,50 m große Frau vorne, aus einem Orden aus der Nähe Darmstadts, bei der es sehr viele interne Veränderungen gibt (z.B. ist die Gründerin gestorben) und sagt: „Neues ist eine Spezialität von Gott. Neues soll entstehen. Dabei soll nicht das Alte vergehen, sondern das Neue soll aus dem Altem hervorgehen!“ Und ich wusste, die hätte auch sagen können, das das Neue ja alles so schlimm ist: Die jungen Generationen, die Technik usw. Aber mit diesem Satz findet sie eine herrliche Verbindung zwischen Neuem und Altem. Danke!

- „Weil sie jeden Tag beten, haben sie keine (Berührungs-)Angst vor den Armen und keine Furcht vor den Mächtigen“.

- Uns geht es eigentlich sehr gut und daher jammern wir oft auf einem sehr hohen Niveau.

- Mitarbeiterführung: „Man muss den jungen Menschen ein wenig höher ansetzen, als er sich selbst einschätzt. Das nennt sich Vertrauenspädagogik

- Hoffnung steht in Gottes Licht, Glaube steht in Gottes Zuversicht. Liebe steht in göttlicher Kraft.

- Wir können Gott nicht verstehen oder ihn durch unseren Verstand erkennen. Nur durch Vertrauen können wir sehen.

- Ein von Gott gerufener und berufener Mensch geht, lässt alles liegen und zwar im Vertrauen darauf, dass Gott weiß was er tut.

- Wir können Gott nicht definieren, daher können wir auch den Menschen nicht definieren. Somit können wir Einheit nicht durch Abgrenzung (z.B. Dogmen) erlangen, sondern durch Beziehung, durch das gemeinsame Leben.

Freitag, 13. März 2009

Forum Emergenter Kommunitäten 2009

Schon mal vormerken: Vom 19.-21.06.2009 wird es wieder ein "Forum Emergenter Kommunitäten" geben. Wir treffen uns dieses Mal im Herzen Deutschlands im Kloster Volkenroda/Thüringen und sind bei der Jesus-Bruderschaft zu Gast. Nähere Infos folgen in Kürze. 

Montag, 23. Februar 2009

Von "Kommunität" reden oder es sein lassen? - eine These zum kommunitären Wesen

Unser Blog und unsere Initiative heissen ja "Emergente Kommunitäten". Neben dem vielleicht skurril anmutenden "emergent" mag man sich fragen: Was meint eigentlich "Kommunität"?

Zunächst: Das Wort leitet sich vom lateinischen communitas ab, zu Deutsch Gemeinschaft. Kommunitäten wurden im evangelischen Raum lange Zeit hauptsächlich Gemeinschaften von Frauen und Männern genannt, welche nach den „evangelischen Räten“ (Armut, Keuschheit, Gehorsam) leben. Im engeren Sinne bezieht sich „kommunitär“ auf solche ordensähnliche Gemeinschaften der evangelischen Tradition . In den letzten Jahrzehnten erfuhr dieser Begriff jedoch eine Ausweitung. Gemeinschaften (vereinzelt nun auch katholische Gemeinschaften) begannen sich „Kommunität“ zu nennen, deren Mitglieder nicht zwingend aus ihren familiären Beziehungen und beruflichen Kontexten heraustreten, sondern den kommunitären Weg gerade als Familien leben wollen.

>>> „Kommunität“ kann man also in einem engeren und weiteren Sinn verstehen.

Die Sehnsucht, gemeinsam den Weg der Nachfolge zu gehen, verbindet Kommunitäten im engeren und weiteren Sinn. Soweit sind Kommunitäten anderen christlichen Gemeinschaftsformen ähnlich. Doch meiner Ansicht nach - und das soll hier meine These sein - haben Kommunitäten einen eigenen Charakter. Reimer formuliert ihn so: „Kommunitäten sind geistlich geprägte Gemeinschaften in denen Nachfolge in einer verbindlichen Form gelebt wird.“ (Hervorhebung von mir. Ingrid Reimer, Verbindliches Leben, Brunnen 1999.) Kommunitäten suchen nach Wegen und Möglichkeiten, gemeinsam Glauben zu leben und Gott in der Welt zu dienen. Die dabei erlebte Verbundenheit ruft nach Verbindlichkeit. Die Verbindlichkeit will die Verbundenheit schützen und vertiefen. Ebenso gilt: Damit die Verbindlichkeit nicht hohl wird, will die Verbundenheit gepflegt werden. So achten Kommunitäten auf die Wechselwirkung von Verbundenheit und Verbindlichkeit.

>>> Der kommunitäre Weg, kommunitäres Leben ist also nicht nur etwas für Mönche oder Menschen, die das Charisma der Ehelosigkeit leben wollen. Er bietet auch eine Möglichkeit für Verheiratete, für Leute mit Familien und in jederlei Beruf. Doch ich behaupte: Wer den kommunitären Weg geht, möchte gemeinsame Nachfolge in einer Weise leben, die Verbundenheit auch verbindlich werden lässt. 

Für wen Verbindlichkeit aber ein rotes Tuch ist, der sollte besser nicht von seiner Lebens-, Wohn-, oder sonstwas-Gemeinschaft als einer Kommunität sprechen. Eine "unverbindliche Kommunität" wird meiner Meinung nach nicht der Tradition der kommunitären Gemeinschaften gerecht und sollte sich ihrer verkürzten Lebenserwartung bewusst sein. Wer aber kommunitär leben will, der wird nicht um die Frage der Verbindlichkeit, wie auch der Frage nach dem Verhältnis Verbundenheit-Verbindlichkeit herumkommen.

Gegenmeinungen?

(Dies ist ein abgewandelter Ausschnitt aus einem Artikelentwurf, den ich im Gespräch mit Br. Thomas Dürr von den Christusträger Brüdern geschrieben habe. In voller Länge wird er im Buch "beziehungsweise leben" zu lesen sein, das im Francke Verlag Herbst 2009 erscheint.)

Sonntag, 15. Februar 2009

Gemeinschaft und Produktion



Ich habe hier auf dem PastorBuddy-blog einen sehr interessanten Artikel gefunden.
Dort wird die Frage nach einer Verknüpfung von Kommunitärem Leben und Produktion/Dienstleistung als attraktive Alternative zu den aktuellen Produktionsverfahren mit guten Zukunftsaussichten aufgeworfen.

Hier ein Auszug:

"Die Produktion wurde aber in den Klöstern eingebettet in den gemeinsamen Rhythmus geistlichen Lebens und damit vor einer Verabsolutierung geschützt.
Warum sollten in einer sich entwickelnden Beziehungsökonomie nicht christliche Gemeinschaften ganz vornedran mit dabei sein? Und dabei gleichzeitig ihre eigene Finanzierung sicherstellen, Beziehungen zu vielen nichtchristlichen Geschäftspartnern und Kunden aufbauen, Arbeitsplätze schaffen und einen Bereich harter Realität geistlich prägen? Ich meine damit aber nicht Büchertische oder Kassettendienste!"


Hier geht's zum ganzen Artikel von Walter Faerber

Ich glaube die Holzlandgemeinschaft und anorak21 haben schon Erfahrung auf diesem Weg. Mich würden eure Erfahrungen sehr interessieren.

Und noch ein paar Links zum Thema:
Klostermagazin - Gutes für Leib und Seele
Onlineshop Kloster Plankstetten
Der Klosterladen - Produkte aus Klöstern und Ordensgemeinschaften

Dienstag, 10. Februar 2009

Dokumentation über große christliche Orden

3sat hat gerade die 6-teilige Dokumentation "Te Deum - Himmel auf Erden" über 6 große christliche Orden (Benediktiner, Zisterzienser, Franziskaner, Dominikaner, Augustiner und Jesuiten) gesendet.

Die Dokumentation kann man online in der 3sat-Mediathek anschauen:
www.3sat.de
Viel Spaß
Benjamin

PS: Leider kenne ich mich nicht so gut mit den Orden aus und kann deshalb die Qualität der Doku nicht gut beurteilen.